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WARUM GUTES DESIGN AUF EMOTIONEN SETZT!



Emotionen im Design



 

KEIN DESIGN OHNE EMOTIONALE WIRKUNG


Manchmal sind wir fasziniert, neugierig oder fühlen uns belebt. Emotionen erleben wir alltäglich rund um die Uhr. Dazu gehören auch die vielen kleinen und großen Entscheidungen im Alltag, ob wir ein Produkt oder eine Marke als attraktiv und sinnvoll betrachten und demnach auch entsprechend bewerten. Diese Entscheidungen erfolgen oftmals innerhalb weniger Sekunden und in vielen Fällen unbewusst. Farben, Formen, Schriften und Bilder können uns daher jederzeit verzaubern, Emotionen wecken und eine starke Verbindung aufbauen. Und Gefühle spielen (fast) immer eine entscheidende Rolle in unserem Leben. Unser Verhalten, unsere Wahrnehmung und unsere Entscheidungen werden stark von unseren Gefühlen beeinflusst und geleitet.


Emotionen haben daher auch einen hohen Stellenwert im Identity und Corporate Design und können einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg einer Marke haben. Im Grunde gibt es kein Design, ohne eine emotionale Wirkung. Wenn man als Designer den emotionalen Mehrwert in der Gestaltung mit einbezieht, wird die Zielgruppe das Produkt oder die Marke eher als gelungen, anziehend oder sinnvoll betrachten, als wenn man die emotionale Wirkung völlig ausser Acht lässt.


Auch der Begriff "Emotional Design" ist seit vielen Jahren in unseren Köpfen – geprägt 2005 von Don Norman, einem der Gründer der renommierten Nielsen Norman Group. In seinem Buch "Emotional Design: Warum wir manche Dinge lieben (oder hassen)" erklärt er, wie Menschen eine emotionale Bindung zu Alltagsgegenständen aufbauen. Norman argumentiert, dass attraktive Dinge in unserer Wahrnehmung besser funktionieren, da sie eine positive Empfindung in unserem Gehirn auslösen. Damit werden unsere kognitiven Fähigkeiten verbessert. Auch zahlreiche Studien haben diese Zusammenhänge bestätigt.


 


EIN ÜBERZEUGENDES IDENTITY & CORPORATE DESIGN BRAUCHT EMOTIONEN


  1. Markenwahrnehmung und -bindung: Positive Assoziation: Ein emotional ansprechendes Design kann positive Assoziationen und Erinnerungen bei den Kunden wecken, was die Markenbindung stärkt. Vertrauen und Loyalität: Emotionale Verbindungen fördern Vertrauen und Loyalität gegenüber der Marke. Kunden, die sich emotional mit einer Marke verbunden fühlen, bleiben ihr treu und werden diese eher weiterempfehlen.

  2. Differenzierung im Markt: Einzigartigkeit: Emotionen helfen dabei, eine Marke von ihren Mitbewerbern abzuheben. Ein stark emotionales Design kann eine einzigartige Markenidentität schaffen, die im Gedächtnis bleibt. Wiedererkennung: Ein konsistentes emotionales Design erhöht die Wiedererkennung der Marke und sorgt dafür, dass sie in den Köpfen der Verbraucher präsent bleibt.

  3. Kaufentscheidungen: Impulse und Präferenzen: Emotionen beeinflussen Kaufentscheidungen stark. Kunden neigen dazu, Produkte und Dienstleistungen zu bevorzugen, die sie emotional (bewusst und unbewusst) ansprechen. Wertwahrnehmung: Ein gut gestaltetes, emotional ansprechendes Design kann die wahrgenommene Wertigkeit eines Produkts oder einer Dienstleistung erheblich erhöhen.

 


FÜR DIE PRÄSENTATION AUF DEM MARKT – WIE LASSEN SICH EMOTIONEN IN DER GESTALTUNG REALISIEREN?



  1. Farbpsychologie: Farben lösen spezifische emotionale Reaktionen aus und spielen eine wesentliche Rolle im Corporate Design. Farben können bestimmte Gefühle und Stimmungen hervorrufen. Zum Beispiel wird Blau oft mit Vertrauen und Zuverlässigkeit assoziiert, während Rot Leidenschaft und Dringlichkeit vermittelt. Orange kann Hingabe und Energie vermitteln, während Grün eher für Entspannung sorgt. Die Auswahl der Farbpalette ist daher ein wichtiger Aspekt im Design, um gewünschte Emotionen hervorzurufen und eine Markenidentität zu bestimmen. Es ist daher sinnvoll, auch die möglichen assoziierten Emotionen in seinen Überlegungen bei der Farbwahl für ein Design mit einzubeziehen.

  2. Typografie und Bildsprache: Die Wahl der Schriftarten und Bilder kann die emotionale Wirkung einer Marke verstärken. Eine klare und gut lesbare Typografie erzeugt Professionalität und Vertrauenswürdigkeit, während verspielte Typografien und lebendige Bilder andere Emotionen erzeugen als schlichte, seriöse Designs. Auch die Schriftgrösse kann die Wirkung des Designs erheblich beeinflussen. Somit ist die Wahl der Schrift nicht nur ein rein funktionales Element des Designs, sondern ein Mittel um gewünschte Emotionen hervorzurufen und das Design entsprechend seiner Zielanforderungen zu formen.

  3. Formen und Symbole Formen und Symbole können das Design ebenso erheblich beeinflussen wie Farben und Typografie. Klare und einfache Formen vermitteln ein Gefühl von Ordnung und Einfachheit während komplexe Formen eine gewisse Dynamik und Energie erzeugen können. Runde und weiche Formen können Emotionen der Verbundenheit und Vollständigkeit hervorrufen, während kantige, offene oder eckige Formen dazu neigen, Gefühl von Statik, Beständigkeit oder Stärke – je nach Einsatz – zu vermitteln. Eine geschickte Anwendung von Formen und Symbolen kann das Design verstärken und die Botschaft hinter der Marke klarer abstimmen.

  4. Markenkommunikation: Die emotionale Tonalität der Kommunikation (Sprache, Stil, Botschaften) trägt wesentlich zur Markenidentität bei. Authentische und emotionale Geschichten, die die Werte und Visionen der Marke vermitteln, schaffen eine tiefere Verbindung zum Publikum. Der Nutzer fühlt sich verstanden, spricht dieselbe Sprache und kann sich mit dem Produkt oder der Marke identifizieren. Es entsteht eine Mensch-zu-Mensch Kommunikation, die zu einer tieferen Verbindung mit dem Unternehmen beiträgt.

  5. Benutzererfahrung (UX): Ein emotional ansprechendes Design verbessert die Benutzererfahrung. Dies umfasst sowohl die visuelle Gestaltung als auch die Interaktion mit der Marke, sei es auf einer Website, in einer App oder im physischen Raum. Der Mehrwert von Emotionen im Design für ein Produkt oder das Unternehmen ist daher nicht zu unterschätzen. Ein Feinschliff für Websites und Apps, um Elemente, die Freude beim Nutzer schaffen, ideal zu platzieren ist genauso wichtig wie die Funktionalität. Diese Elemente schaffen positive Emotionen und daher einen bedeutenden Wert für das Produkt oder das Unternehmen. Neben der Funktionalität bietet das Produkt damit einen Wertzuwachs, der für den Aufbau einer emotionalen Verbindung signifikant sein kann. Oder ein Perspektivwechsel: wenn ein Produkt einfach nur gut funktioniert oder ein Service sehr einfach und gut ist, dann liegt es mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass es gut gestaltet ist. Ein gutes Design wird intuitiv verstanden, ohne das man es anaylisiert oder man übermäßig darüber nachdenkt. Es fühlt sich richtig an und wird inituitiv verstanden.



 


IT`S A MATCH! NACHHALTIGKEIT UND EMOTIONEN.


Nachhaltigkeit im emotionalen Design hat einen zentralen Stellenwert.

Ziel des Designs eines Produkts oder einer Marke muss es sein, neben dem funktionalen Nutzen auch den emotionalen Nutzen mit einzubeziehen. Damit wird vor allem langfristig eine persönliche Verbindung zum Menschen aufgebaut. Ein gelungenes Design ist damit weit mehr als ein Logo oder eine Visitenkarte. Es stärkt die Marke nach innen und nach außen, visualisiert die Identität des Unternehmens und bildet die Grundlage für eine persönliche Verbindung mit Partnern und Zielgruppe. Erst damit, kann ein Unternehmen langfristig bestehen.

Langlebigkeit und Beständigkeit in einem gut durchdachtem Corporate Design sind damit wichtige Aspekte. Ein gutes Design ist idealerweise zeitlos und robust gegen wechselnde Trends, muss nicht ständig überarbeitet oder aktualiaisert werden, was Ressourcen spart und Abfall reduziert. Durch eine gute Markenbindung und einer stabilen Marktposition kann der Bedarf an intensiven und resourcenaufwändigen Marketingkampagnen reduziert werden.


Die Wahrnehmung und das Vertrauen zwischen Marke und Kunde fördert langfristig eine nachhaltige Geschäftsentwicklung. Des Weiteren hat ein Unternehmen heutzutage eine soziale Verantwortung. Ethische Standards und Diversität positioniert das Unternehmen nachhaltig verantwortungsbewusst auf dem Markt, in dem es nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Dimensionen einbezieht.




Bekannte Praxisbeispiele für ein gutes emotionales Design:

  1. Apple: Apple setzt stark auf minimalistische Designs, die Eleganz und Innovation vermitteln. Die emotionale Verbindung wird durch ästhetische Einfachheit und eine klare Markenbotschaft verstärkt. Apple User haben Freude die Produkte zu benutzen, sprechen darüber und kommen wieder. Der Effekt von einem glücklichen Nutzer hat auf den (Business-) Wert eines Produkts massiv Einfluss. Wir kaufen manche Dinge, weil wir sie einfach haben wollen und sie begehrenswert sind, auch wenn der rationale Teil unseres Gehirns sagt: Das ist zu teuer. Damit übertrumpft die rechte Gehirnhälfte, also der subjektiv-kreativ-emotionale Teil häufig die linke Gehirnhälfte, den objektiv-analytisch-rationalen Teil. Wir entscheiden uns für das Produkt, da wir Freude empfinden.

  2. Coca-Cola: Coca-Cola nutzt rote Farben und fröhliche Bildwelten, um Gefühle von Freude und Gemeinschaft zu fördern. Kampagnen wie „Share a Coke“ sprechen die persönlichen Emotionen der Verbraucher an.

  3. Nike: Nike’s „Just Do It“-Kampagne motiviert und inspiriert, was starke emotionale Reaktionen hervorruft und die Marke als Symbol für Leistung und Erfolg positioniert. Zudem wird die Zielgruppe aktiv mit einbezogen, was ein Gefühl der Community bestärkt. Nike bringt mit dieser Kampagne seine Zielgruppe in eine positive Stimmung, welche dazu führt, die Marke positiver wahrzunehmen.



 

Ist gutes Design damit subjektiv?



Hier mögen sich die Geister scheiden. Da aber ein gutes Design auf vielen Grundlagen aufbaut, sich Regeln unterzieht wie dem goldenen Schnitt, die richtige Lesbarkeit, dem Einfluss von Farben und Formen – ganz unabhängig einer persönlichen Empfindung – kann gutes Design nicht nur rein subjektiv sein. Es baut auf Funktionalität und Form auf und geht dann darüber hinaus, in dem es eine emotionale Bindung zum Benutzer herstellt. Des Weiteren wird nie nach rein persönlichem Geschmack gestaltet, sondern auf Basis dessen, was Auftraggeber und Designer miteinander erarbeiten.



 


Fazit

Emotionen sind ein integraler Bestandteil des Identity und Corporate Designs.

Sie beeinflussen die Wahrnehmung, Differenzierung und Bindung der Marke und sind entscheidend für den Erfolg am Markt. Durch die gezielte Gestaltung emotional ansprechender Elemente können Designer Marken schaffen, die nicht nur auffallen, sondern auch tiefgehende und nachhaltige Verbindungen zu ihren Zielgruppen aufbauen.



 
 


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